Vertrauen fördern, Kooperation ermöglichen

Barbara Reinwald
Gerhard Gartner
22 Mai 2020
13:30-15:30
GERMAN

Vertrauen fördern, Kooperation ermöglichen

Vertrauen fördern, Kooperation ermöglichen:
Selbstkontrolle und Affektregulation mit Mitteln des Mentalisierens üben
 

Pädagogische Autoritäten, die in Konfliktsituationen ihre Selbstkontrolle verlieren, gefährden nachhaltig das in sie gesetzte Vertrauen, die Beziehung zu und die Kooperationsbasis mit Kindern und Jugendlichen. Ein wichtiger Baustein in der Ausübung der Ankerfunktion durch pädagogische Führungskräfte bzw. pädagogische Autoritäten ist die Eskalationsvorbeugung. Als wichtiges Mittel empfiehlt das Konzept der „Neuen Autorität“ dazu Selbstkontrolle. Die Erfahrung aus Beratungskontexten zeigt, dass dies leichter gesagt als getan ist. Wie lassen sich in Konfliktsituationen die eigenen Emotionen kontrollieren?
Genauere Einblicke in die Mittel der Affektregulation bietet seit einiger Zeit das Modell des Mentalisierens, wie es von Peter Fonagy und anderen entwickelt und beforscht wurde und wird. Es lässt sich, wie bereits von anderen hingewiesen wurde (vgl. z. B. Eia Asen, Peter Jacob, Bart Colson), mit Haim Omers Konzept gut verbinden und für Trainingsprogramme nützen.
Im geplanten Workshop wollen wir kurz vorstellen, worum es beim Mentalisieren geht, und mit den Teilnehmenden anhand einiger Übungen zeigen, wie Mentalisieren in pädagogischen Kontexten gefördert werden kann. Es geht dabei nicht um den klinischen Bereich, sondern um Übungen, die in Fortbildungen oder Beratungskontexten z.B. für Lehrkräfte, Elementar- bzw. Sozialpädagog*innen oder Führungskräfte eingesetzt werden können. Mittels Methoden wie Rollenspiel, Skulpturenbau und Bilddeutung soll ansatzweise erfahrbar werden, wie es zu Mentalisierungseinbrüchen kommen und wie ein Zustand des Mentalisierens zur Regulation der eigenen Affekte beitragen kann, was wiederum eine tragfähige, auf Vertrauen bauende Beziehung als Basis für konstruktive Kooperationen herbeiführen kann.

Increasing trust, facilitating cooperation:
practising self-control and affect regulation through mentalizing

When teachers and educational practitioners lose their self-control in conflict situations, they put their authority, their trustful relationships and their chances to cooperate with children or adolescents at risk. In order to fulfill their anchoring function as teachers, the prevention of escalations is essential. In this context the NA/NVR concept recommends to apply self- control. However, as experience from various counselling and coaching sessions show, this is easier said than done. How can emotions be brought under control in conflict situations?
For some time the theory of Mentalizing as developed and researched by Peter Fonagy and others has offered deeper insights into the ways and processes of affect regulation. Means and results of this approach can well be linked to Haim Omers ideas (as already illustrated by Eia Asen, Peter Jacob, Bart Colson and others) and be utilized for training programs.
This workshop aims to briefly present the central ideas of Mentalizing and, with the help of special tasks and exercises, to show participants how Mentalizing can be enhanced and supported in educational contexts. The main focus is not on its clinical application but on tasks and activities that can be used in trainings with teachers, social workers, and other educational practitioners. Using role play, sculpture building, or the interpretation of pictures shall help to experience how easily the capacity to mentalize can be lost in certain situations and how this capacity can be restored and applied for affect regulation, thus establishing a trustful relationship as a basis of cooperation.

Format: Workshop • Focus: Methods of NVR and NA